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"Ist es gut, dass es Menschen gibt?"

"Ist es gut, dass es Menschen gibt?"
"Ist es gut, dass es Menschen gibt?"

„Sind wir ein Segen für diese Erde, oder ein Fluch? – Es ist gut, ein Mensch zu sein!“

„Ist es eigentlich gut, dass es Menschen gibt?“ Mit dieser rhetorischen Frage leitete Pater Markus Schulze SAC seine Festpredigt zum Sebastianstag  ein. „Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob das zum Beispiel der Natur gut tut, dass wir da auf der Erde herumkrabbeln, und manchmal nur machen, was wir wollen?“, verstärkte der Pallottinerpater. Selbstverständlich sei es „wunderbar, dass es Menschen gibt!“, löste er gleich im ersten Teil auf, denn: „Ein Mensch ist ein Wunder Gottes!“ Die Nachrichten berichteten allabendlich von vielerlei menschlich unerlöster Aggression und zerstörerischer Wut. „Hätte die Natur nicht ihre Ruhe, wenn es keine Menschen gäbe?“, wiederholte Schulze sein Gedankenexperiment, das tatsächlich durch drei Möglichkeiten in die Realität umgesetzt werden könne. Die erste Möglichkeit sei „kurz und schmerzhaft“, nämlich die Selbstzerstörung der Menschheit durch Atombomben, die zweite Möglichkeit bilde die schleichende, langsame Zerstörung der Natur, und die dritte Möglichkeit sei der Verzicht der Weitergabe des Lebens an eine nächste Generation.

Der heilige Sebastian sei im Angesicht von Zwang und Gewalt als gläubiger Mensch gestorben, weil er sich geweigert habe, den römischen Kaiser, also einen Menschen anstatt Gott anzubeten. Er habe seine Peiniger nicht verflucht, habe mit seiner Reaktion auf die Gewalt dem Willen Gottes entsprochen. Das Tröstliche für Sebastians Peiniger und für uns, die wir zum Beispiel heute an der Zerstörung der Natur, zum am Abbau der Regenwälder beteiligt wären, sei: „Gott nagelt uns nicht fest auf das Böse, das wir tun. Das ist der Boden, auf dem wir alle stehen!“ Auch wenn wir der nächsten Generation kein absolutes Glück garantieren könnten, sei es „im Tiefsten gut, dass es uns Menschen“ gebe. Denn: „Die Menschheit ist nie mehr ohne Gott. Da wo Menschen sind, da ist auch Gott.“ Auch wenn wir alle „noch keine Heilige“ seien, da wir nicht perfekt seien, sei unser Menschsein „ein Geschenk Gottes“ und „ein heiliger Auftrag“, betonte Pater Schulze. In den Nachrichten werde das Schwere erzählt. „Sind wir ein Segen für diese Erde, oder ein Fluch? – Es ist gut, ein Mensch zu sein!“ Auch die Religion sei „keine überflüssige Zierleiste, sondern lebensnotwendig“, denn: „Nur Gottes Ja trägt uns durch alles!“ Der menschliche Wille sei oft schwach, aber fähig zur Auferstehung. „Dieses Ja Gottes sei die Seele Ihrer Seele“, wünschte Pater Schulze der versammelten Festgemeinde.